| Wolfgang Amadeus Mozart |
Werk: Sinfonie Nr. 41 C-Dur, KV 551 "Jupiter"
Epoche: Klassik
Entstehungszeit: 1788
Besetzung: Orchester
Aufführungsdauer: ca. 32 Minuten
Sätze:
- Allegro vivace
- Andante cantabile
- Menuetto & Trio. Allegretto
- Molto allegro
Das fast Vierteljahrhundert, das Mozarts erste Sinfonie und seine letzte - die Sinfonie Nr. 41 in C-Dur (1788) - voneinander trennt war von dem wiederkehrenden, wenn nicht gar anhaltenden Interesse an den diese Gattung innewohnenden Möglichkeiten gekennzeichnet. Bei der Untersuchung der Chronologie von Mozarts Werken stellt man fest, dass die Komposition seiner Sinfonien dazu neigten in irregulär zerstreuten Gruppen aufzutreten mit bis zu neun oder zehn Exemplaren in einer Reihe, anstatt dass es beständig oder einzeln wäre. Was dies abgesehen von finanziell motivierten Gründen nahelegen könnte ist, dass er sich in diesen verschiedenen Perioden spezifisch damit beschäftigte die Probleme und Herausforderungen der sinfonischen Gattung herauszuarbeiten. Begutachtet man diese Werke erkennt man, dass die berühmteren Fixpunkte fast geometrisch mit der fortschreitenden Zeit zunehmen, so dass bei der Erstellung der "Jupiter"-Sinfonie zwei Jahre vor seinem Tod - als Teil einer Gruppe von dreien, die innerhalb des Zeitraums von weniger als drei Monaten komponiert wurden - der volle Umfang der Entwicklung, die stattgefunden hat, tatsächlich beeindruckend ist.
Die Sinfonie Nr. 41 verkörpert passend was heutzutage als Musterbeispiel der Form der klassischen Sinfonie angesehen wird: vier Sätze, der erste und letzte in einem schnellen Tempo, der zweite langsamer und der dritte ein Menuett mit Trio. Losgelöst von allen Normen, die ein Modell nahelegen könnte, lässt Mozarts gewandte Fantasie jedoch dieses Werk von anderen der gleichen Art unterscheiden. Der erste Satz wird teilweise durch die dramatische und effektive Anwendung unerwarteter Unterbrechungen im rhythmischen Fluss charakterisiert, erreicht durch die Nutzung von Pausen, ein Merkmal, dass er mit den Sinfonien von Haydn teilt, wovon es vielleicht auch beeinflusst wurde. Nach anfänglicher Regelmäßigkeit tragen unregelmäßige und wechselnde Phrasenlängen ebenfalls zum dramatischen Antrieb bei. Die heitere Ruhe in F-Dur des Anfangs im zweiten Satz wird schon bald unterbrochen und rastloseren, rhythmisch beharrlichen Episoden in Moll gegenübergestellt. Dieser Konflikt aus ruhig und dunkel wird durchweg fortgeführt, der anfängliche Geist siegt schließlich. Das fallende chromatische Thema und die fließende, gleichmäßige Begleitung des Menuetts geben dem dritten Satz eine elegante Färbung. Das zugehörige Trio liefert eine urige, offenkundiger tänzerische Stimmung, die jedoch durch einen plötzlich deutlich ernsthafteren Ausbruch im Tutti unterbrochen wird. Der letzte Satz ist für seine Reichhaltigkeit an kontrapunktischer Sprache außergewöhnlich, was eine irgendwie unerwartete - und einige von Mozarts Zeitgenossen würden es wagen zu sagen unmoderne - Eigenschaft in einem sinfonischen Werk dieser Zeit ist. Das viertönige Motiv, das denn Satz beginnt wird in einer ganzen Reihe an Verkleidungen durch seine Tempi geschickt, am Auffälligsten als Beginn eines beständigen Kanons und Thema einer Fuge, die beide sowohl im Original, als auch in ihrer Umkehrung auftreten. Der Effekt gereicht zwar nicht zu Akademismus, hat aber große Spannung und einen dramatischen Impuls, der im Anfang borstig und auf der Suche nach Auflösung, seinen Ruheort erst in den Schlusstakten findet.
(c) Michael Rodman
Kaufempfehlung:
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YouTube:
The Chamber Orchestra of Europe, Dir. Nikolaus Harnoncourt
aus dem Großen Musiksaal in Wien


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