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MOZART: Serenade Nr. 13 "Eine kleine Nachtmusik"

Wolfgang Amadeus Mozart
Lebensdaten: 27. Januar 1756 Salzburg - 5. Dezember 1791 Wien
Werk: Serenade Nr. 13 G-Dur, KV 525 "Eine kleine Nachtmusik"
Epoche: Klassik
Entstehungszeit: 1787
Besetzung: Streichquintett
Aufführungsdauer: ca. 18 Minuten
Sätze:

  1. Allegro
  2. Romanze. Andante
  3. Menuett & Trio. Allegretto
  4. Rondo. Allegro

Die Serenade in G-Dur (1787), das am Anhaltendsten beliebte aller Werke Mozarts, wurde während einer Phase geschrieben, als der Komponist auch sehr mit der Arbeit an seiner Opera Don Giovanni beschäftigt war. Der Titel "Eine kleine Nachtmusik" stammt von Mozart selbst; Nachtmusik war tatsächlich eine bekannte Beschreibung für Serenaden dieser Art. Obwohl Mozart mehrere solcher Werke während seiner Zeit in Salzburg komponiert hatte, ist die Serenade in G einzigartig für die Epoche seines Wohnorts Wien (1781-91). Das Werk unterscheidet sich von Mozarts früheren Serenaden in ihrer vergleichsweise schlanken Orchestrierung: zwei Violinen, Bratsche, Cello und Kontrabass. Mozarts Eintrag dieses Werks in seinem Werkkatalog zeigt, dass das Werk ursprünglich fünf Sätze hatte; der ursprüngliche zweite Satz, ein Menuett, wurde später entfernt.

Der genaue Anlass, für den die Serenade geschrieben wurde, ist unbekannt, aber einige hatten nahegelegt, dass die Grazie, Eleganz und formelle Perfektion des Werks als Gegenstück zur absichtlichen Banalität und Tölpelei von Ein musikalischer Spaß, KV 522, gedacht war, der ungefähr sechs Wochen zuvor komponiert worden war. Die scheint jedoch dem Charakter eines Komponisten entgegenzustehen, der zu unnachgiebig derbem musikalischem Humor fähig war (wie beispielsweise in einigen seiner Kanons). Der Musikwissenschaftler Alfred Einstein wagt auch die zweifelhafte Aussage, dass Mozart die Serenade geschrieben hätte, um ein persönliches, inneres Bedürfnis zu stillen - wäre das wahr, wäre es eindeutig untypisch für einen Komponisten, der nur kaum Musik produzierte ohne eine externe Motivation oder Grund, ob finanziell oder anderer Art. Die übrig gebliebenen Sätze der Serenade sind die folgenden: Allegro; Romanze (Andante); Menuett (Allegretto) und Rondo (Allegro).

(c) Brian Robins

Kaufempfehlung:
Polnische Kammerphilharmonie, Dir. Wojciech Rajski
Label: Tacet, DDD, 2003
YouTube:
Wiener Philharmoniker, Dir. Karl Böhm

MOZART: Streichquintett Nr. 4 g-Moll

Wolfgang Amadeus Mozart
Lebensdaten: 27. Januar 1756 Salzburg - 5. Dezember 1791 Wien (Österreich)
Werk: Streichquintett Nr. 4 g-Moll, KV 516
Epoche: Klassik
Entstehungszeit: 1787
Besetzung: Streichquintett
Aufführungsdauer: ca. 35 Minuten
Sätze:

  1. Allegro
  2. Menuetto & Trio. Allegretto
  3. Adagio ma non troppo
  4. Allegro

Das Quintett g-Moll, KV 516 ist das zweite von zwei Streichquintetten, die Mozart innerhalb eines Monats im Frühling 1787 vollendet hatte. Bis zu diesem Jahr hatte er gerade einmal ein einziges Werk zur Gattung beigetragen, fast 15 Jahre zuvor: das Quintett B-Dur, KV 174. Mozarts Wahl von zwei Violinen, zwei Bratschen und Cello für all seine Streichquintette ist in der Klassik unüblich; Komponisten wie Boccherini entschieden sich gewöhnlich für die Nutzung einer Bratsche und zweier Celli. Ein Präzedenzfall für Mozarts Wahl könnte in einer Reihe von leichten, österreichischen Werken in der Art eines Divertimentos gefunden werden, darunter ein Notturno von Michael Haydn, der am Salzburger Hof tätig und Mozart und seiner Familie gut bekannt war.

Mozart fügte das g-Moll-Quintett am 16. Mai 1787 seinem thematischen Katalog hinzu, kurz nach dem Quintett in C-Dur, KV 515. Obwohl es keinen dokumentarischen Beweis gibt, der erklären könnte, weshalb Mozart nach so vielen Jahren zu der Gattung zurückkehrte, scheint es nur wenig Zweifel zu geben, dass die KV 515 und 516 als sich kontrastierendes Paar komponiert wurden in der gleichen Art wie die Sinfonien Nr. 40 und 41. Und in der Tat: während das C-Dur-Quintett als analog direkt zur "Jupiter"-Sinfonie (die Sinfonie Nr. 41 C-Dur, KV 551) gesehen werden kann in seiner Breite und den erhöhten, olympischen Äußerungen, kann das in g-Moll als Gegenstück zur Sinfonie Nr. 40 in g-Moll, KV 550, gesehen werden. Die Verwendung von Moll-Tonarten war während der Klassik vergleichsweise selten und für Mozart war g-Moll die vielleicht tiefgründig persönlichste aller Tonarten, eine, in der er nicht nur mächtige Leidenschaften, sondern auch Tragödie ausdrückte. Die vorliegende Kombination aus Melancholie und manchmal gewaltsamem Drama im g-Moll-Quintett wird von Mozarts außerordentlich talentierter Verwertung der dunklen Klänge, die innerhalb dieser Instrumentation verborgen liegen können, unterstrichen. Dies wird z.B. besonders auffällig im lebhaften Kontrast, der zwischen der überwiegend ernsten Farbgebung und Passagen gezogen wird, die die höchsten Register der Violine hervorheben.

Bemühungen im anfänglichen Allegro zu einer Dur-Tonart zu fliehen werden von der vorherrschenden Dunkelheit resolut niedergeschmettert. Wie im C-Dur-Quintett wurde das Menuett an zweiter Stelle des Werks platziert, obwohl es wenig zur Anhebung der Stimmung beiträgt. Das Adagio non troppo ist ein einsames, verzweifeltes Lied. Obwohl sich das Finale schließlich zur Paralleltonart G-Dur wendet, ist es keine "glückliche" Tonart, sondern eine, die ein mehrdeutiges Terrain besetzt, eine typische Eigenschaft in Mozarts Spätwerken. Ein Jahr nach der Vollendung der Quintette in C-Dur und g-Moll warb Mozart für ihren Druck zusammen mit seinem Arrangement für Streichquintett der Serenade c-Moll, KV 388.

(c) Brian Robins

Kaufempfehlung:
János Fehérvári (Bratsche), Éder Quartet
Label: Naxos, DDD, 1994
YouTube:
Ensemble ACJW
am 4. Dezember 2011 in der Carnegie Hall von New York City

SCHUBERT: Streichquintett C-Dur

Franz Schubert
Lebensdaten: 31. Januar 1797 Wien (Österreich) - 19. November 1828 Wien (Österreich)
Werk: Streichquintett C-Dur, D 956
Epoche: Romantik
Entstehungszeit: 1828
Besetzung: Streichquintett
Aufführungsdauer: ca. 52 Minuten
Sätze:

  1. Allegro ma non troppo
  2. Adagio
  3. Scherzo. Presto - Trio. Andante sostenuto
  4. Allegretto

Benjamin Britten stellte einst fest, dass "die fruchtbarsten und produktivsten 18 Monate der Musikgeschichte die Zeitspanne war, in der Franz Schubert die Winterreise, seine C-Dur-Sinfonie, seine letzten drei Klaviersonaten, das Streichquintett in C-Dur, sowie ein Dutzend weiterer großartiger Stücke schrieb". Das Streichquintett, D. 956, ist sicherlich einer der Gipfelpunkte des Kanons für Kammermusik und wird oft als ein bedeutsames Beispiel für das Vermächtnis des Komponisten angeführt.

Der 31-jährige Schubert erreichte in der Periode zwischen dem Tod seines Vorbilds Beethoven und seinem eigenen Dahinscheiden sicherlich einen Durchbruch in groß angelegten Formen, deren Art man bis dato noch nicht gesehen hatte. Das Quintett fällt einem aber eher als Musik eines jungen Mannes auf anstatt als ein zusammenfassendes Werk; es gibt eine jugendliche Ambition, die Beethovens ersten Streichquartetten nicht unähnlich ist.

Für seine Partitur entschied sich Schubert gegen das Modell Mozarts und Beethovens, die für ihre Quintette jeweils eine zweite Bratsche zum gewöhnlichen Streichquartett hinzugefügt hatten; Boccherini lieferte den einzigen Präzedenzfall in der Nutzung zweier Celli. Schubert nutzt das zweite Cello, um dichte und vielschichtige Strukturen zu schaffen: manchmal dient das Cello als zweites Bassinstrument unterhalb eines vollen Quartetts, manchmal ist es ein Quartett, reich an Bässen und ohne Violinen und manchmal gibt es ein prächtiges Zusammenspiel zwischen instrumentalen Abschnitten.

Die ersten beiden Sätze haben einen ausdehnenden und absichtlichen Aufbau, der die ausufernden Strukturen Anton Bruckners vorauszuahnen scheint. Meistens aber bleibt das Stück ziemlich konventionell; es behält das übliche Format in vier Sätzen bei und hat ein energetisches Scherzo (jedoch ein wehmütigeres Trio) und ein schwungvolles, fast ungarisches Finale. Trotz der kargen Zwischenräume des langsamen Satzes legen diese Sätze die ersten Schritte eines Jugendlichen zur Reife nahe und das Werk als Ganzes dient als verlockende Erinnerung an das, was möglich gewesen wäre, wäre Schubert mehr Zeit für Schöpfung und Innovation gegönnt gewesen.

(c) James Liu, Benjamin Britten

Kaufempfehlung:
Truls Mørk (Cello), Artemis Quartet
Label: Virgin, DDD, 2007
YouTube:
Alexander Buzlov (Cello), State Borodin Quartet